CHAPELLE DES ANCIENS

CDA 00Unweit einer belgischen Industriestadt liegt dieses ehemalige Hospiz ,von dem im Grunde nur noch die Kapelle sowie die unmittelbar  angrenzenden Seitentrakte vorhanden sind. Der Rest wurde abgerissen bzw. ist einem Neubau gewichen. In den 1870er Jahren erbaut, diente es ursprünglich als Pflegeheim für Veteranen. Es war bis 2005 in Betrieb. Seitdem hat es das übliche Schicksal ereilt. Sprayer, Vandalen und Sonstiges haben sich dort ausgetobt. Wobei man einfach sagen muss, dass in Belgien in solchen Objekten generell viel weniger randaliert wird als in Deutschland. Ob die Kapelle stehen gelassen wurde, weil sie unter Denkmalschutz steht oder man sie einfach nur erhalten wollte kann ich leider nicht sagen. Weiterlesen

PREVENTORIUM DOLHAIN

PREVENTORIUM 02Beim Preventorium Dolhain handelt es sich um ein 1955 eröffnetes TBC-Sanatorium. Hier wurden Mitglieder – meist Kinder – aus Familien mit TBC-Fällen zur Prävention untergebracht. Also zur Prophylaxe und zur Stärkung des Immunsystems, ohne das vorher zwangsläufig Symptome aufgetreten waren. Außerhalb der Ortschaft gelegen, mit Blick auf die umliegenden Hügel, dürften die Patienten die meiste Zeit z.B. auf einem der Sonnen-Balkone, an der frischen Luft verbracht haben. Da das Gebäude komplett entkernt wurde, ist leider nichts mehr vom Interieur der Therapie-Einrichtungen zu erkennen.  In den 80er Jahren ließen sich die bis zu 150 Betten, bedingt durch die weitgehende Eindämmung und der besseren Therapierbarkeit der Tuberkolose kaum noch belegen und der Betrieb war nicht mehr rentabel, was letztlich zur Schließung des Sanatoriums führte. Weiterlesen

LAVOIR ET CARBONISAGE DE DOLHAIN

CARBONISAGE 00Zur Geschichte dieser ehemaligen Textilveredelung kann ich leider nicht viel sagen, da ich nicht wirklich etwas heraus gefunden habe.
Bei der Karbonisierung geht es darum aus Wolle pflanzliche und cellulosische Verunreinigungen (Heu, Stroh, Kletten, Holz, Futterteilchen) zu entfernen. Durch Behandlung mit stark verdünnter Salz- oder Schwefelsäure bzw. Aluminium- oder Magnesiumchloridlösung und anschließendem Erwärmen auf 90-110 °C wird die Cellulose verkohlt, während die Wolle nahezu unverändert bleibt. Anschließend werden die verkohlten Bestandteile mechanisch entfernt und die Wolle bzw. die Gewebe gereinigt.
Der Großteil des Areal ist mittlerweile abgerissen. Ursprünglich war geplant zwei der Gebäude in Apartments und Lofts umzuwandeln. Realisiert wurde dies aber nur bei einem Gebäude. Weiterlesen

BOTSCHAFT VON SOMALIA

SB 02Mitten im Bad Godesberger Villenviertel verfällt langsam aber sicher ein Gebäude, das von 1987 bis 1999 als  Botschaft von Somalia diente. Es gehört wie einige andere ehemalige Botschafts-Immobilien in Bonn seit Jahren zu den Problemfällen. So etwa die Botschaften von Syrien, Saudi Arabien, dem Iran oder Jugoslawien. Während in einigen Fällen einfach die baulichen Gegebenheiten oder überzogene Preisvorstellungen einen Verkauf schwierig bis unmöglich machen, liegen die Ursachen bei Jugoslawien oder etwa Somalia ganz woanders. So gehört Jugoslawien z.B. zu den Staaten, die es schlicht und ergreifend überhaupt nicht mehr gibt und somit die Besitzverhältnisse in keinster Weise geklärt sind. Ähnliches gilt für Somalia, wo es seit nun mehr fast 20 Jahren keine funktionierende Regierung mehr gibt und das Land im Chaos von Bürgerkrieg und daraus resultierenden Hungerkatastrophen versinkt. Sprich man hat dort ganz andere Probleme als irgendwelche Immobilien in Bonn an den Mann zu bringen bzw. sich um deren Erhalt zu kümmern.  Weiterlesen

BRANDT ZWIEBACK

BRANDT 0791 Jahre lang wurde Deutschlands bekanntester Zwieback in Hagen Haspe produziert. Am 5.Dezember 2003 lief der letzte Zwieback vom Band. Bereits ein Jahr zuvor hatte Brandt eine neues Werk im thüringischen Ohrdurf eröffnet und ein nur sehr schwer zu glaubendes Muster-Beispiel geliefert wie, durch massive Subventionen mit Steuergeldern, Arbeitsplätze vernichtet werden können. Vermutlich beteiligte sich das Land Thüringen mit ca 20-25 Mio. DM an den 60-80 Mio. DM Baukosten des neuen Werkes. Auf diese Weise wurden dort 180 neue Arbeitsplätze geschaffen. Im Zuge der Schliessung in Hagen wurden jedoch  500 (!) Mitarbeiter frei gesetzt. Ganze 4 (!) fanden weiterhin Anstellung im neuen Werk. Macht also ein sattes Minus von 324 Arbeitsplätzen. Selbst durch Angebote der Stadt Hagen mit besonders günstigen Flächenangeboten, Fördermitteln aus dem Landeshaushalt Nordrhein-Westfalen und der EU ließ Brandt sich nicht vom Umzugs abbringen. Weiterlesen

PISCINE DU MOSQ

PDM 00In einer mittlerweile lange ihren Zenit überschrittenen belgischen Industriestadt liegt dieses von außen nicht gerade besonders spektakuläre Gebäude. Doch was hier zählt sind die inneren Werte. Denn das Gebäude beherbergt nicht nur ein Hallenbad sondern gleichzeitig auch noch einen Festsaal nebst Bühne. Highlights sind das Eingangsportal mit der verglasten Front,die Treppenhäuser und die arabisch anmutenden Fliesen-Mosaike. Weiterlesen

BAHNBETRIEBSWERK WEDAU

BW WEDAU 001878 wurde das Bahnbetriebswerk Wedau durch die Rheinische Eisenbahn in Betrieb genommen. Die hier beheimateten Loks bespannten Stückgut- und Kohlezüge von und nach Süddeutschland. Außerdem galt es, Züge zwischen den zahlreichen Zechen, Kalkstein-Werken, Häfen und Stahlwerken zu bespannen. Schließlich konnte der 1913 eröffnete Rangierbahnhof täglich bis zu 6 000 Güterwagen umstellen. Um 1935 war Wedau Endstation für täglich über 130 Güterzüge. Mehr als 120 Güterzüge starteten von dort ihren Lauf. Zudem machten zahlreiche Güterzüge kurzen Halt, um Wagen abzusetzen und aufzunehmen oder um die Lokomotive zu wechseln. Dazu standen über 60 Rangier- und Güterzuglokomotiven zur Verfügung. Das Betriebswerk zählte mehr als 500 Mitarbeiter. Gleich zwei Ringlokschuppen und zwei Drehscheiben waren vorhanden. Mittlerweile ist nur noch eine dieser Drehscheiben sowie ein Ringlokschuppen erhalten. Weiterlesen

SCHRAUBENFABRIK DORN

DORN 00Die Firma Dorn Schrauben – ursprünglich angesiedelt im Westerwald – produzierte von 1900 – 1997 am Standort Herne. Waren zunächst der Bergbau und dessen Zulieferindustrie Hauptabnehmer, kamen in späteren Jahren die Eisenbahn sowie der Brücken-, Schiff-, Waggon-, Fahrzeug- und Landmaschinenbau als Kunden hinzu. In Spitzenzeiten fanden über 700 Menschen Arbeit bei Dorn. Zuletzt waren es noch knapp 200, als die Produktion am 31.12.1997 eingestellt wurde. Weiterlesen

AWA DACHBAUSTOFF WERK

DSC04271KopieAugust Wilhelm Andernach kaufte 1888 von einem Apotheker in Beuel am Rhein eine Teerkocherei. Diese baute er aus und gründete die „Mittelrheinische Theerproducten- und Dachpappen-Fabriek A.W. Andernach“, die später als A.W. Andernach GmbH & Co KG firmierte, deren Produkte in der Branche für Dachbaustoffe weltbekannt wurden. Der Dachbaustoffhersteller mit 115 Jahren Firmengeschichte zählt zu den Bonner Traditionsunternehmen.
August Wilhelm Andernach entwickelte den Dachbaustoff Kosmos, dessen Markenname noch immer existiert. Diese patentierten Falztafeln dienten zum Bau für trockene Wandoberflächen und werden noch heute in weiterentwickelter Form unter demselben Namen beim Dachbau eingesetzt. Insbesondere AWAs Dachschindeln aus Bitumen wurden als „Bonner Schindeln“ international bekannt. Der letzte Erfolg der AWA waren die Abdichtungsfolien für die ICE-Tunnel.

Weiterlesen

THYSSEN SINTERANLAGE

DSC04058 KopieDas Gelände auf dem die ehemalige Sinteranlage steht wurde seit ungefähr 1910 industriell zum Abkippen von Schlacke genutzt.
In den 50er Jahren wurde vom Besitzer des Geländes, der Phoenix-Rheinrohr AG Vereinigte Hütten- und Röhrenwerke, die Errichtung einer Sinteranlage beschlossen, um kürzere Transportwege an das Hochofenwerk in Duisburg-Ruhrort zu schaffen.
Dazu mussten zunächst 500.000 Kubikmeter Hochofenschlacke abgebaggert werden um das Areal für den Bau zu erschliessen, weitere 75.000 Kubikmeter Boden wurden zur Hinterfüllung benötigt. Für das Erzlager, die Tiefbunkeranlage und die Fundamente wurden 32.000 Kubikmeter Beton verarbeitet und 21.000 m2 Stahlbetondecken und Sohlenplatten hergestellt. Die Stalkonstruktionen erforderten 8000 t und die Maschinen 3700 t Stahl. Die Baukosten betrugen etwa 40 Millionen Mark.

Weiterlesen

BASALT MISCHWERK

BASALTWERK 05Die Geschichtsschreiber zählten das Jahr 1304, als zum ersten Mal Steinmetze hinauf zum Mehrberg kletterten und in mühsamer Arbeit mit Hammer und Zweispitz Gesteinsbrocken aus dem felsigen Untergrund schlugen. Bis heute stecken die Brocken von damals in den alten Mauern der Stadtbefestigung.
Und auch der Kölner Dom ruht auf einem Fundament aus Linzer Basalt. In späteren Jahrhunderten entstanden unzählige Uferbefestigungen und Straßenunterbauten aus dem widerstandsfähigen Rohstoff. Doch seit 2009 wird vom Mehrberg kein Basalt mehr zu den Baustellen im Land geliefert: Die Vorkommen sind erschöpft.Somit wurde im selben Jahr auch das Basalt Mischwerk aufgegeben, welches seit dem langsam aber sicher vor sich hin rostet. Zumindest die Teile , die nicht von einer alles bedeckenden teilweise Zentimeter dicken Staub- bzw. Schlammschicht bedeckt sind. Allerdings ist es zum Glück bisher von Vandalismus, Sprayern, Kabelratten und Schrottdieben verschont geblieben. Dies mag auch daran liegen, daß der Steinbruch z.Zt. von der Betreibergesellschaft, den Bergisch-Westerwälder Hartsteinwerken , verfüllt wird und somit noch reges Treiben vor Ort herrscht.
Die Bergisch-Westerwälder Hartsteinwerke gehören zur Basalt Actien Gesellschafft, die wiederum Teil der Basalt Union ist.

Weiterlesen