MAISON GUSTAAF

GUSTAAF 00Unmittelbar neben einer viel befahrenen Autobahn, irgendwo in der belgischen Provinz , befindet sich dieser kleine, verlassene Bauernhof. Obwohl die Ställe und die Wagenhalle, bis auf altes Stroh auf dem Boden komplett leer sind, wirkt es im Wohnhaus teilweise so, als wären seine ehemaligen Bewohner nur mal eben kurz fort gegangen. In den Schränken hängen noch Kleider, Fotos stehen auf den Schränken, die Betten sind gemacht, ein Fahrrad steht in einem Zimmer, Bekleidung für die Stallarbeit hängt direkt daneben. Doch geben ins Haus hineinwachsendes Efeu und zahlreiche Spinnweben ein anderes Zeugnis ab: hier lebt seit Jahren niemand mehr. Über die Geschichte oder das Schicksal seiner Bewohner weiß ich leider nichts.  Ich muß auch ehrlich sagen, nachdem dies die erste Location dieser Art war, die ich besucht habe, daß dies – glaube ich – nicht wirklich so mein Ding ist. Das ist mir irgendwie zu voyeuristisch und zu intim. Vor allem ohne die Geschichte oder das Schicksal zu kennen, welches damit verbunden ist. Da empfinde ich Industrieanlagen oder Gefängnisse :mrgreen: doch als deutlich „ehrlicher“. Noch sind der Hof und seine Einrichtung gut in Schuß. Allerdings ist es bei dem Betrieb, der dort im Moment herrscht, nur eine Frage der Zeit bis sich das wohl leider ändert. Bereits jetzt wirkt vieles arrangiert und dekoriert. Alleine während unseres kurzen Aufenthaltes dort, kamen 5 weitere Fotografen an, um den Hof abzulichten. …

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PRISON H15

H15 07Prison H15 ist so ziemlich das Highlight meiner bisherigen Lost Places. Eine sehr bedrückende und surreale Atmosphäre. Wahrlich kein Ort, an dem man länger als nötig,  geschweige den eingesperrt sein möchte 😉 Ursprünglich einmal als Kloster gebaut wurden die Gebäude ab 1817 als Gefängnis genutzt. Bis zu 800 Gefangene waren hier untergebracht. Davon etwa 440 Untersuchungs-Häftlinge und 360 Insassen, die längere Strafen abzusitzen hatten. 2011 wurde es geschlossen, da die ohnehin schon ziemlich maroden Gebäude ständig überbelegt waren und generell als unsicher eingestuft wurden. Nach der Schließung kam es zu einigen Skandalen, nachdem z.B. Akten mit sensiblen Daten der Gefangenen im Archiv zurück gelassen und dieses aufgebrochen wurde und die Akten somit frei zugänglich waren. Weiterlesen

WOOD FACTORY

WF 15Mitten in Belgien liegt dieses Werk, in dem bis zur Insolvenz  im Jahr 2011 Verbundholzprodukte für die Möbelindustrie hergestellt wurden. Alles ist mit einer Schicht von Sägespänen bedeckt. Bis auf eine wirklich große Maschine sind die Hallen zu gut wie leer geräumt. Allerdings scheint die Maschine eines der letzten Herzstücke der Fabrikation  zu sein.  Auf den ersten Blick mutet es so an, als bräuchte man nur einige Knöpfe drücken um sie wieder in Betrieb zu nehmen. Am mangelnden Strom würde es jedenfalls nicht scheitern, denn wie das Summen in einigen großen Schaltkästen verrät, kommt dieser sogar noch reichlich im Gebäude an.  Überhaupt wirkt die ganze Anlage sehr modern und technisch auf dem neusten Stand, wie auch die computergestützte Steuerung von einer Warte oberhalb der Maschine aus, zeigt. Viel mehr kann ich über diese Firma leider auch nicht sagen, da ich sonst keine weiteren Informationen heraus bekommen habe. Auf jeden Fall einmal eine Location ohne jeglichen Vandalismus und im weitestgehenden Originalzustand. Weiterlesen

AUSBESSERUNGSWERK WEDAU

AWW 00Nicht weit entfernt vom Bahnbetriebswerk Wedau, welches aktuell abgerissen wird 😥 , liegt das seit Dezember 2004 stillgelegte Ausbesserungswerk Wedau. Nach seiner Eröffnung am 2. Januar 1914 wurden hier 90 Jahre lang Güterwagons instand gesetzt. Zu Spitzenzeiten in den 60er Jahren waren es über 2300 Beschäftigte, die in Wedau tätig waren. Mit den zunehmenden Problemen der Stahl- und Kohleindustrie war eine Schliessung bereits seit den 80er Jahren ein ständiges Thema. So waren es im April 2004 gerade noch einmal 134 Mitarbeiter und zur letzten Schicht im Dezember 2004 traten sogar nur noch 6 Beschäftigte an. Ähnlich wie im Fall des Ausbesserungswerk Opladen  waren alle Bemühungen der Belegschaft den Standort zu erhalten leider nicht von Erfolg gekrönt. Somit liegt das riesige Gelände seit nun mehr fast 10 Jahren brach. Weiterlesen

FORT DE LA CHARTREUSE

CHARTREUSE 13Das Fort de la Chartreuse wurde in den Jahren 1817-1823 vom Königreich der Niederlande erbaut, um zusammen mit der auf der gegenüberliegenden Uferseite gelegenen Zitadelle die Stadt vor französischen Angriffen zu schützen. Durch die starke Reichweitenzunahme der Artillerie in jener Zeit, war es jedoch schon bereits kurz nach Fertigstellung aus militärischer Sicht veraltet. Dies erforderte nun die Verteidigung weiter vor die Stadt zu verlegen. Daher wurde Lüttich mit einem Ring aus 12 weiteren Festungen umgeben. Im Zuge der belgischen Revolution bemächtigten sich belgische Aufständische und Truppen 1830 des Forts. Die Anlagen wurden zwar im 19. Jahrhundert weiter befestigt, jedoch nur noch als Kaserne benutzt.
Im August 1914 fiel Lüttich in deutsche Hände und das Fort diente fortan als Gefangenenlager für belgische Soldaten und Zivilisten. Zwischen 1918 und 1940 wurde die Kaserne weiter ausgebaut und beherbergte zu Zeiten der Mobilmachung mehr als 2.000 Mann. Während des 2. Weltkriegs diente La Chartreuse den Deutschen als Kaserne. Die mehrere Etagen hohen Mannschaftsunterkünfte wurden regelrecht eingegraben. Nach der Invasion der Alliierten richtete die US Army von September 1944 bis zum Juli 1945 hier ein Lazarett für die Verletzten der Ardennenschlacht ein. Weiterlesen

ZONE BRAAMS

ZB 00Im Speckgürtel einer großen belgischen Stadt liegt, umgeben von Feldern und Wiesen, dieses Relikt des Kalten Krieges. 1969 erbaut und Anfang der 70er Jahre in Betrieb genommen, war diese Satcom Station das Main Control Center eines über ganz Europa verstreuten Kommunikationsnetzes der Nato und mehr als 40 Jahre in Betrieb. Neben zwei weiteren Stationen in Canada verfügte das System über zusätzliche mobile Stationen um im Ernstfall die Reichweite bzw. die Einsatzorte variieren zu können. Besetzt war sie rund um die Uhr mit 30 Soldaten, wovon der größte Teil Radiotechniker waren. Der Durchmesser der Schüssel beträgt 13 Meter und stellt die letze Ausbaustufe des Systems dar. Mittlerweile sind von ursprünglich über 20 Stationen nur noch 10 in Betrieb. Auch in dieser Station wurde bis auf die Antenne selbst, sowie 2 Dieselgeneratoren – auf denen sogar noch die Schlüssel stecken – sämtliche Technik und Einrichtung entfernt und vom ist sie Prinzip besenrein. Es standen sogar noch zwei Staubsauger herum 😉  Das Gelände nebst Gebäuden wird vom belgischen Verteidigungsministerium zum Verkauf angeboten. Weiterlesen

LOST TANKS

LOST TANK 13Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, tief im Westen der Republik befinden sich diese vormals als Hartziele genutzten Panzer. Es mutet schon ein wenig unwirklich an und fast könnte man den Eindruck haben, daß hier wirklich Kämpfe stattgefunden haben und dies die Überreste sind. Zum Glück war dem nicht so. Langsam aber sicher macht auch dem sonst so festen Panzerstahl der Rost immer mehr zu schaffen. Zudem sackt der Untergrund, auf dem die Wracks stehen, immer weiter ein, wodurch es so wirkt, als würden die Panzer ganz allmählich verschlungen werden. Da große Teile des Geländes mittlerweile in ein Naturschutzgebiet umgewandelt wurden, erobert sich die Natur nach und nach das Gelände zurück. Besonders in den Panzerspuren und Explosionstrichtern haben sich oftmals Tümpel gebildet und seltene Tierarten angesiedelt. Weiterlesen

CEMETERY OF THE INSANE

CEMETERY 00In einer belgischen Kleinstadt liegt dieser mittlerweile verlassene Friedhof, umgeben von Kiefernwäldern, unweit einer Psychiatrischen Anstalt. 1981 aufgegeben, wurden hier ab 1920 auf 6 Grabfeldern insgesamt 1750 männliche Patienten begraben. Bis auf wenige Ausnahmen bestehen die Gräber lediglich aus einer Rasenfläche mit schlichten Betonkreuzen und einer Namensplakette. Der Friedhof war Eigentum der Anstalt und wurde von den Patienten unterhalten. Begraben wurden hier zumeist Patienten, die nicht mehr entlassen werden konnten und keinen Kontakt mehr zu ihren Familien oder Verwandten hatten. Mittlerweile werden die Patienten auf dem örtlichen Friedhof oder anderswo im Auftrag der Familie beigesetzt. Der Friedhof ist inzwischen der Natur- und Waldbehörde unterstellt und Teil eines Naturparks. Er wird von der Behörde weitestgehend sich selbst überlassen, ohne zur Hilfenahme chemischer Mittel, wodurch sich die ursprüngliche Heidevegetation allmählich wieder ausbreitet und die Rasenflächen durchdringt.

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CHAPELLE DES ANCIENS

CDA 00Unweit einer belgischen Industriestadt liegt dieses ehemalige Hospiz ,von dem im Grunde nur noch die Kapelle sowie die unmittelbar  angrenzenden Seitentrakte vorhanden sind. Der Rest wurde abgerissen bzw. ist einem Neubau gewichen. In den 1870er Jahren erbaut, diente es ursprünglich als Pflegeheim für Veteranen. Es war bis 2005 in Betrieb. Seitdem hat es das übliche Schicksal ereilt. Sprayer, Vandalen und Sonstiges haben sich dort ausgetobt. Wobei man einfach sagen muss, dass in Belgien in solchen Objekten generell viel weniger randaliert wird als in Deutschland. Ob die Kapelle stehen gelassen wurde, weil sie unter Denkmalschutz steht oder man sie einfach nur erhalten wollte kann ich leider nicht sagen. Weiterlesen

PREVENTORIUM DOLHAIN

PREVENTORIUM 02Beim Preventorium Dolhain handelt es sich um ein 1955 eröffnetes TBC-Sanatorium. Hier wurden Mitglieder – meist Kinder – aus Familien mit TBC-Fällen zur Prävention untergebracht. Also zur Prophylaxe und zur Stärkung des Immunsystems, ohne das vorher zwangsläufig Symptome aufgetreten waren. Außerhalb der Ortschaft gelegen, mit Blick auf die umliegenden Hügel, dürften die Patienten die meiste Zeit z.B. auf einem der Sonnen-Balkone, an der frischen Luft verbracht haben. Da das Gebäude komplett entkernt wurde, ist leider nichts mehr vom Interieur der Therapie-Einrichtungen zu erkennen.  In den 80er Jahren ließen sich die bis zu 150 Betten, bedingt durch die weitgehende Eindämmung und der besseren Therapierbarkeit der Tuberkolose kaum noch belegen und der Betrieb war nicht mehr rentabel, was letztlich zur Schließung des Sanatoriums führte. Weiterlesen

LAVOIR ET CARBONISAGE DE DOLHAIN

CARBONISAGE 00Zur Geschichte dieser ehemaligen Textilveredelung kann ich leider nicht viel sagen, da ich nicht wirklich etwas heraus gefunden habe.
Bei der Karbonisierung geht es darum aus Wolle pflanzliche und cellulosische Verunreinigungen (Heu, Stroh, Kletten, Holz, Futterteilchen) zu entfernen. Durch Behandlung mit stark verdünnter Salz- oder Schwefelsäure bzw. Aluminium- oder Magnesiumchloridlösung und anschließendem Erwärmen auf 90-110 °C wird die Cellulose verkohlt, während die Wolle nahezu unverändert bleibt. Anschließend werden die verkohlten Bestandteile mechanisch entfernt und die Wolle bzw. die Gewebe gereinigt.
Der Großteil des Areal ist mittlerweile abgerissen. Ursprünglich war geplant zwei der Gebäude in Apartments und Lofts umzuwandeln. Realisiert wurde dies aber nur bei einem Gebäude. Weiterlesen

BOTSCHAFT VON SOMALIA

SB 02Mitten im Bad Godesberger Villenviertel verfällt langsam aber sicher ein Gebäude, das von 1987 bis 1999 als  Botschaft von Somalia diente. Es gehört wie einige andere ehemalige Botschafts-Immobilien in Bonn seit Jahren zu den Problemfällen. So etwa die Botschaften von Syrien, Saudi Arabien, dem Iran oder Jugoslawien. Während in einigen Fällen einfach die baulichen Gegebenheiten oder überzogene Preisvorstellungen einen Verkauf schwierig bis unmöglich machen, liegen die Ursachen bei Jugoslawien oder etwa Somalia ganz woanders. So gehört Jugoslawien z.B. zu den Staaten, die es schlicht und ergreifend überhaupt nicht mehr gibt und somit die Besitzverhältnisse in keinster Weise geklärt sind. Ähnliches gilt für Somalia, wo es seit nun mehr fast 20 Jahren keine funktionierende Regierung mehr gibt und das Land im Chaos von Bürgerkrieg und daraus resultierenden Hungerkatastrophen versinkt. Sprich man hat dort ganz andere Probleme als irgendwelche Immobilien in Bonn an den Mann zu bringen bzw. sich um deren Erhalt zu kümmern.  Weiterlesen

AUSBESSERUNGSWERK OPLADEN

AWO 00Das Ausbesserungswerk (AW) Opladen war über 100 Jahre, zwischen 1903 und 2003, der wichtigste Arbeitgeber in Opladen (seit 1975 Stadtteil von Leverkusen) und in den letzten Jahrzehnten seines Bestehens die zentrale E-Lok-Werkstatt der Deutschen Bundesbahn bzw. der Deutsche Bahn AG für die nördliche Hälfte Deutschlands. Aufgrund der Bahnreform und der Auflösung des Geschäftsbereichs, Werke der Deutschen Bahn AG, Anfang 1998 wurde das AW der DB Cargo zugeteilt. Damit war Opladen nur noch für Güterzug-E-Loks zuständig und stand zusätzlich nach der Wiedervereinigung in zunehmendem Wettbewerb mit Werken in den neuen Bundesländern. Nachdem die Schließung des AW am 26. Juni 2001 durch den Vorstand der Deutschen Bahn bekanntgegeben wurde, kam es zu langanhaltenden Protesten der Belegschaft, bis hin zum Hungerstreik. Weiterlesen

GASTHOF ZUM SPRINGENDEN HIRSCH

HEILBAD 00Die Entstehung des Heilbads wird von einer Sage beschrieben: Ein angeschossener Hirsch soll im Wasser der Quelle gebadet haben und von der Verwundung geheilt worden sein. Die Jäger verfolgten den Hirsch und sahen ihn im Wasser baden. Der geschichtlich nachgewiesene Ursprung des Bades ist bis vor das Jahr 1500 zurückzuverfolgen, als die erste Badestube errichtet wurde. Jahrzehnte später erhielt der Badbesitzer vom Erzherzog F. eine fürstliche Freiung für eine Badehütte, die dazugehörige Behausung, einen Stall und einen Garten für die Badegäste. Wie die meisten Bäder in Südtirol erlebte auch dieses Bad seine Blütezeit um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert und verfiel langsam nach den Weltkriegen.

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