LAVOIR ET CARBONISAGE DE DOLHAIN

CARBONISAGE 00Zur Geschichte dieser ehemaligen Textilveredelung kann ich leider nicht viel sagen, da ich nicht wirklich etwas heraus gefunden habe.
Bei der Karbonisierung geht es darum aus Wolle pflanzliche und cellulosische Verunreinigungen (Heu, Stroh, Kletten, Holz, Futterteilchen) zu entfernen. Durch Behandlung mit stark verdünnter Salz- oder Schwefelsäure bzw. Aluminium- oder Magnesiumchloridlösung und anschließendem Erwärmen auf 90-110 °C wird die Cellulose verkohlt, während die Wolle nahezu unverändert bleibt. Anschließend werden die verkohlten Bestandteile mechanisch entfernt und die Wolle bzw. die Gewebe gereinigt.
Der Großteil des Areal ist mittlerweile abgerissen. Ursprünglich war geplant zwei der Gebäude in Apartments und Lofts umzuwandeln. Realisiert wurde dies aber nur bei einem Gebäude. Weiterlesen

BRANDT ZWIEBACK

BRANDT 0791 Jahre lang wurde Deutschlands bekanntester Zwieback in Hagen Haspe produziert. Am 5.Dezember 2003 lief der letzte Zwieback vom Band. Bereits ein Jahr zuvor hatte Brandt eine neues Werk im thüringischen Ohrdurf eröffnet und ein nur sehr schwer zu glaubendes Muster-Beispiel geliefert wie, durch massive Subventionen mit Steuergeldern, Arbeitsplätze vernichtet werden können. Vermutlich beteiligte sich das Land Thüringen mit ca 20-25 Mio. DM an den 60-80 Mio. DM Baukosten des neuen Werkes. Auf diese Weise wurden dort 180 neue Arbeitsplätze geschaffen. Im Zuge der Schliessung in Hagen wurden jedoch  500 (!) Mitarbeiter frei gesetzt. Ganze 4 (!) fanden weiterhin Anstellung im neuen Werk. Macht also ein sattes Minus von 324 Arbeitsplätzen. Selbst durch Angebote der Stadt Hagen mit besonders günstigen Flächenangeboten, Fördermitteln aus dem Landeshaushalt Nordrhein-Westfalen und der EU ließ Brandt sich nicht vom Umzugs abbringen. Weiterlesen

CONTINENTAL WERK

CONTI 00Bei fast 35 °C habe ich mich in den Resten, des im Jahr 1999 stillgelegten, Reifenwerk der Continental in Hannover Limmer umgesehen. 1871 als Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha Compagnie gegründet wurde Continental schnell zu einer der führenden Marken für die Herstellung von Reifen. Der erste Luftreifen für Fahrräder sowie der erste schlauchlose PKW Reifen stammen von Conti. 100 Jahre lang wurden im Werk Limmer Produkte aus Gummi  hergestellt. Schwerpunktmäßig Reifen. Mittlerweile sind nahezu 95% des Geländes eingeebnet und dekontaminiert worden. Die noch stehenden Gebäude sind entkernt und stehen unter Denkmalschutz. Geplant ist die Ansiedelung von Wohn- und Gewerbeprojekten in der nun sogenannten „Wasserstadt Limmer“. Allerdings hat sich das Ganze bereits um Jahre verzögert und wann und wie es weitergeht ist wohl noch nicht gänzlich geklärt.  Weiterlesen

SCHRAUBENFABRIK DORN

DORN 00Die Firma Dorn Schrauben – ursprünglich angesiedelt im Westerwald – produzierte von 1900 – 1997 am Standort Herne. Waren zunächst der Bergbau und dessen Zulieferindustrie Hauptabnehmer, kamen in späteren Jahren die Eisenbahn sowie der Brücken-, Schiff-, Waggon-, Fahrzeug- und Landmaschinenbau als Kunden hinzu. In Spitzenzeiten fanden über 700 Menschen Arbeit bei Dorn. Zuletzt waren es noch knapp 200, als die Produktion am 31.12.1997 eingestellt wurde. Weiterlesen

AWA DACHBAUSTOFF WERK

DSC04271KopieAugust Wilhelm Andernach kaufte 1888 von einem Apotheker in Beuel am Rhein eine Teerkocherei. Diese baute er aus und gründete die „Mittelrheinische Theerproducten- und Dachpappen-Fabriek A.W. Andernach“, die später als A.W. Andernach GmbH & Co KG firmierte, deren Produkte in der Branche für Dachbaustoffe weltbekannt wurden. Der Dachbaustoffhersteller mit 115 Jahren Firmengeschichte zählt zu den Bonner Traditionsunternehmen.
August Wilhelm Andernach entwickelte den Dachbaustoff Kosmos, dessen Markenname noch immer existiert. Diese patentierten Falztafeln dienten zum Bau für trockene Wandoberflächen und werden noch heute in weiterentwickelter Form unter demselben Namen beim Dachbau eingesetzt. Insbesondere AWAs Dachschindeln aus Bitumen wurden als „Bonner Schindeln“ international bekannt. Der letzte Erfolg der AWA waren die Abdichtungsfolien für die ICE-Tunnel.

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THYSSEN SINTERANLAGE

DSC04058 KopieDas Gelände auf dem die ehemalige Sinteranlage steht wurde seit ungefähr 1910 industriell zum Abkippen von Schlacke genutzt.
In den 50er Jahren wurde vom Besitzer des Geländes, der Phoenix-Rheinrohr AG Vereinigte Hütten- und Röhrenwerke, die Errichtung einer Sinteranlage beschlossen, um kürzere Transportwege an das Hochofenwerk in Duisburg-Ruhrort zu schaffen.
Dazu mussten zunächst 500.000 Kubikmeter Hochofenschlacke abgebaggert werden um das Areal für den Bau zu erschliessen, weitere 75.000 Kubikmeter Boden wurden zur Hinterfüllung benötigt. Für das Erzlager, die Tiefbunkeranlage und die Fundamente wurden 32.000 Kubikmeter Beton verarbeitet und 21.000 m2 Stahlbetondecken und Sohlenplatten hergestellt. Die Stalkonstruktionen erforderten 8000 t und die Maschinen 3700 t Stahl. Die Baukosten betrugen etwa 40 Millionen Mark.

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PAPIERFABRIK

WILHELMSTAL 01Ursprünglich 1856 erbaut, ging diese, bedingt durch eine Feuersbrunst in den 1880er Jahren Konkurs. Seit 1897 wurden  Fahrkartenkartons und Papier für Tapeten produziert.
1927 übernahm ein badisches Unternehmen die Fabrik und produzierte fortan sehr erfolgreich Zementsäcke. Profitiert wurde hier vom rüstungsbedingten Bauboom der 30er Jahre und dem Wiederaufbau nach Ende des Krieges.
Die Papierfabrik verfügte über zwei Dampfmaschinen und sorgte mit diesen nebenbei noch für die Elektrifizierung einiger umliegender Ortschaften. Weiterlesen