RHEINISCHES BRAUNKOHLEREVIER

BRAUNKOHLEREVIER 02Wurde Braunkohle Anfangs meist nur zur Brikettherstellung genutzt, gewann sie zu Beginn des 20. Jahrhundert zunehmend Bedeutung für die Stromerzeugung. Im mittlerweile auschliesslich von RWE betriebenen Rheinischen Braunkohlerevier werden in 3 Großtagebauen jährlich ca. 100.000.000 Tonnen Rohkohle gefördert, von denen 90% der Stromerzeugung dienen und in 5 Kraftwerken verfeuert werded. Im Revier lagern noch 35 Mrd. Tonnen wirtschaftlich abbaubare Braunkohle. Für den Abbau bis ca. 2050 genehmigt sind 3,6 Mrd. Tonnen.  Eine Flächennutzung von ca. 9000 ha bringt natürlich für Mensch und Natur zahlreiche Probleme mit sich. So müssen mit ständig weiter voran schreitendem Abbau immer wieder ganze Ortschaften umgesiedelt  werden. Ein weiteres Hauptproblem ist  der Abfall des Grundwasserspiegels. Um die Teilweise bis 500 m tiefen Tagebaue trocken zu halten wird entsprechen permanent Wasser bis auf diese Tiefe abgepumpt. Zusätzlich wirken sich die vorhandenen und noch entstehenden Abraumhalden auf das lokale Klima aus. Gleiches gilt auch für die geplante Verfüllungen der Restlöcher mit Wasser. So hätte der Tagebau Inden eine in etwa so große Wasserfläche wie der Tegernsee.  Auch hier sind die klimatischen Veränderungen kaum absehbar.  Zu den möglicherweise erst noch auftretenden Belastung kommt aktuell schon eine extrem hohe Feinstaubbelastung hinzu. Größtes Manko der Braunkohle ist der hohe CO2 Ausstoß bei der Verbrennung , für dessen Reduzierung ein immer größer technischer wie auch finanzieller Aufwand betrieben werden muss. Würde man alle, bei der Stromerzeugung mit Braunkohle anfallenden externen Kosten mit einrechen, wäre laut DIW diese bereits heute unwirtschaftlich.
Es ist schon imposant, wenn man sieht, was für ein Aufwand rund um die Gewinnung und Verstromung der Braunkohle betrieben wird und scheinbar werden muss. In 2013 wurde soviel Strom mit Braunkohle, trotz aller Co2-Reduzierungs-Abkommen erzeugt, wie seit 1990 nicht mehr, wodurch sich die Frage stellt, gerade in Hinblick auf den Atomausstieg, wo für Deutschland die Reise in der Stromerzeugung gehen soll. Aber egal wohin sie geht, sie wird – da bin ich mir absolut sicher – teurer als wir uns wünschen werden.

Advertisements

10 Gedanken zu “RHEINISCHES BRAUNKOHLEREVIER

  1. Eine klasse Serie mit tollen Blickwinkeln, die sehr gut verdeutlichen, in welchen Dimensionen der Braunkohleabbau dort betrieben wird. Auch die „Nebenwirkungen“ wie die leerstehenden Häuser sind toll in Szene gesetzt, bzw. runden diese Serie sehr gut ab. Mein persönlicher Favorit sind die beiden Liegestühle mit Blick auf die zerfurchte Industrielandschaft. Hätte diese Aufnahme vielleicht als letztes Bild in die Fotoserie eingefügt.
    LG kiki

    • Vielen Dank, Kiki !
      Ja, mit den Liegestühlen hast Du natürlich nicht ganz unrecht, dieses Bild als Abschluss zu nehmen.
      Quasi, Erste-Reihe-Logenplätze mit freiem Blick auf die Klimakatastrophe. 😉 😀
      Gruß
      Stefan

  2. Mal wieder eine sehr gelungene Fotoserie von Dir. Beängstigende Bilder von verlassenen Häuserreihen und zerschnittener Natur. Das Colorkey verdeutlicht die Dimensionen der Schaufelbagger sehr gut. Top!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s