GASTHOF ZUM SPRINGENDEN HIRSCH

HEILBAD 00Die Entstehung des Heilbads wird von einer Sage beschrieben: Ein angeschossener Hirsch soll im Wasser der Quelle gebadet haben und von der Verwundung geheilt worden sein. Die Jäger verfolgten den Hirsch und sahen ihn im Wasser baden. Der geschichtlich nachgewiesene Ursprung des Bades ist bis vor das Jahr 1500 zurückzuverfolgen, als die erste Badestube errichtet wurde. Jahrzehnte später erhielt der Badbesitzer vom Erzherzog F. eine fürstliche Freiung für eine Badehütte, die dazugehörige Behausung, einen Stall und einen Garten für die Badegäste. Wie die meisten Bäder in Südtirol erlebte auch dieses Bad seine Blütezeit um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert und verfiel langsam nach den Weltkriegen.

Wann dort wirklich Schluß war habe ich leider nicht heraus bekommen, bzw. schwanken die Zahlen doch deutlich auseinander. Es war die Rede davon, daß es mit dem Heilbad bereits in den 50er Jahren zu Ende war. Scheinbar wurde der Gasthof dennoch deutlich darüber hinaus weiter geführt. Eine Zeitung die ich dort gefunden habe, war von 1977, jedoch macht eines der Nebengebäude den Eindruck, als sei es noch nicht wirklich langer als 10 Jahre ungenutzt. Das Hauptgebäude ist allerdings schon sehr morsch. Da ein Großteil der Holzböden entfernt wurde – genau so wie Türen und Fenster – habe ich mich nur noch auf den Balken vorwärts bewegt, um mich nicht eine Etage tiefer wieder zu finden. Deswegen habe ich mir den Dachboden erst gar nicht angesehen. Und mangels Taschenlampe, die ich schlauerweise nicht dabei hatte, habe ich mir auch den Keller geschenkt, der auch alles andere als vertrauenserweckend aus sah. Auch die Küche macht den Eindruck, als sei dort vor Jahrzehnten die Zeit stehen geblieben.

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9 Gedanken zu “GASTHOF ZUM SPRINGENDEN HIRSCH

  1. Hammerbilder! Klasse die alte Küche und so schöner Stuck… Schade, daß so ein tolles Gebäude nun vor sich hin rottet. Da hätte man was draus machen können.
    Schönen Sonntag wünscht dir
    kiki

    • Hallo Kiki.
      Eigentlich schon, aber das war schon lange alles nicht mehr uptodate. Die Zimmer im Hauptgebäude sind echt winzig. Teilweise wie Gefängniszellen 😉 Damit kann man heute niemandem mehr kommen.

  2. Eigentlich wollte ich seit geraumer Zeit ähnliche Aufnahmen von dieser Ruine machen – leider kam es nie dazu. Ich habe in diesem Haus noch 1973 übernachtet. Der Besitzer und Wirt, Herr Wild (mit Bauch und Uhr in der Weste, wie es sich für ihn gehörte), lebte noch und wir plauderten bei einem Glas Rotwein und Aufschnitt über alte Zeiten. Da ich bereits als Kind oftmals vor Ort war, habe ich jetzt beim Betrachten der Aufnahmen den Geruch des damaligen Hauses in der Nase. Ich höre das Klappern der Teller, auf die gerade angerichtet wird, die quietschende Diele … und das Lachen der Bauern, die sich ihren freien Sonntag Nachmittag mit einem harmlosen Watter (Kartenspiel) vertrieben. Ihre Kühe waren noch nicht lila und sie rochen nach ihnen, das gehörte dazu. Ausgespielt wurde eine „Holbe Roater“ (1/2 l Rotwein). Auf der Suche nach passenden Bildern bin ich auf diese Seite geraten und finde die Aufnahmen natürlich, etwas sentimental angehaucht, wunderbar. Wirklich schade um dieses für mich heimelige Gemäuer….

    Grüße, fotos2014

      • Leider war ich die entscheidenden Jahre nicht mehr vor Ort. Aber ich vermute (!!), dass es ein Problem war, dass es keine direkten Erben gab. Eine nicht zu kleine Investition in eine umfangreiche Renovierung in einer Zeit, in der sich die Hotels Südtirols an die neuen Standards mit Wellness etc. anpassten, wäre wohl zu aufwändig und zu riskant gewesen. Die Gemeinde könnte dazu sicher genaue Auskunft geben. Ich finde es sehr schade, dass dieses Hotel so enden musste. Für Nostalgiker und Puristen, für die neue Trends ein Gräuel sind, wäre das sicher der ideale Ort gewesen, sich diesen, zumindest kurzfristig, zu entziehen. ;o) Ein Neubau könnte diese Vorgaben sicher nur bedingt erfüllen. Für mich bleibt das ein Klassiker, den man nicht kopieren kann. Eine Neubesetzung käme mir komisch oder zumindest befremdlich vor. Das einfache Gasthaus B, nicht weit entfernt auf dem Weg zur P, und noch in Betrieb, gehörte auch dazu. Na ja, eine Zeit von 1490 (erste Badestube) – ca. 1975 hinterlässt so seine Spuren. Auch der ehemalige bayer. Ministerpäsident Alfons Goppel soll regelmäßig zu Gast gewesen sein … ob das stimmt, weiß ich leider nicht sicher. Meine Kenntnisse über das Haus sind also nicht sehr konkret – es ist, war und bleibt nur ein Teil meiner Kindheit. ;o)

        Grüße ! hans

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