FRIEDHOF MELATEN

MELATEN 00Der Friedhof Melaten ist der Zentralfriedhof von Köln.
Der Name „Melaten“ rührt her von dem bereits im 12. Jahrhundert nachgewiesenen Heim für Kranke und Aussätzige (umgangssprachlich noch heute verwendet: malade für ‚krank‘).
1243 wurde erstmals der „hoff to Malaten“ urkundlich erwähnt. Als Melaten bezeichnete man den ehemaligen Siechenhof der Stadt Köln. Er lag an der über Aachen nach Antwerpen führenden, von Arnold Mercator in seiner Stadtansicht des Jahres 1570/71 als „Antorfer Straße“ bezeichneten westlichen Ausfallstraße der Stadt.Dort befand sich auch eine der seit mittelalterlicher Zeit genutzten städtischen Hinrichtungsstätten. Melaten lag gut einen Kilometer westlich der Stadt Köln, knapp jenseits des Bischofswegs, der die Grenze zwischen dem Gebiet der Stadt und dem des Erzbischofs markierte. Damit gehörte das Siechenhaus unter die Gerichtsbarkeit des Erzbischofs und war somit in geistlicher Hand. 
Erstmals erwähnt wird Melaten im Liber Leprosorum extra Coloniam prope portam Honoris (Ehrentor), dem ältesten Rentbuch von Melaten. Der Eintrag datiert vom 25. April 1243. Die Urkunde handelt vom Wiederaufbau von Melaten. Beim Vorgängerbau handelte es sich vermutlich um das claustrum s. Lazari prope Coloniam genannte Leprosenheim, das im Krieg zwischen Graf Wilhelm IV. von Jülich und Erzbischof Konrad von Hochstaden zerstört worden war. Auch aus urkundlichen Erwähnungen verschiedener nordwesteuropäischer Städte wird deutlich, dass solche Siechenhäuser regelmäßig früher entstanden, so wohl auch in Köln. Am 27. Juni 1245 gewährte der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden allen Wohltätern des Siechenhofs Melaten einen Ablass. Am 29. August 1247 nahm Papst Innozenz IV. Melaten unter seinen besonderen Schutz.Gegen 1400 übernahmen die Äbte der Kölnischen Klöster St. Martin und St. Pantaleon sowie der Dekan von St. Aposteln den Schutz des Siechenhofs und seiner Privilegien.

Der 435.000 m² große Friedhof besteht aus dem nördlich liegenden Alten Ehrenfelder Friedhof an der Weinsbergstraße, einem der Öffentlichkeit nicht zugänglichen jüdischen Friedhof und dem Melaten-Friedhof im engeren Sinne. Diesen teilt ein Raster von rechteckig angelegten Wegen; zwei Hauptwege führen von der Aachener Straße nach Norden, beide werden etwa in der Mitte von der Ost-West-Achse gekreuzt. Insgesamt befinden sich 55 000 Gräber auf dem Melaten-Friedhof.
Die älteste Friedhofsmauer mit dem ehemaligen Haupttor (Tor II) läuft entlang der Aachener Straße und stammt aus dem Jahre 1810. 1874 und 1887 errichtete man östlich und westlich vom Tor II weitere Eingänge (Tor I und Tor III), 1957 dann den neuen Haupteingang an der Piusstraße. Heute hat der Melaten-Friedhof sechs öffentliche Eingänge, drei davon an der Aachener Straße und je einen an der Piusstraße, der Weinsbergstraße und am Melatengürtel.
An der Aachener Straße liegt eine 1245 vom Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden geweihte Kapelle, die nach einem Umbau 1475 neben dem Patronat des Hl. Johannes das der Hl. Maria Magdalena erhielt. Heute bemühen sich Kölner Bürger um die Wiederbelebung und Instandsetzung dieser fast vergessenen historischen Stätte.

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2 Gedanken zu “FRIEDHOF MELATEN

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