RHEINAUHAFEN KÖLN

DSC03938 KopieKöln ist seit seiner Gründung in der Römerzeit auch eine Hafenstadt. In dieser frühen Zeit der römischen Kolonie lag der Hafen im Bereich der Kirche Groß St. Martin, durch eine vorgelagerte Insel vom eigentlichen Strom geschützt. Der in den folgenden Jahrhunderten verlandete Rhein-arm wurde im Mittelalter mit der sog.“Rheinvorstadt“ bebaut. Seit dieser Zeit benutzte die Rheinschiffahrt den gesamten Uferabschnitt vor der rheinseitigen Stadtmauer zwischen Bayenturm im Süden und dem Kunibertsturm im Norden als Anlegestelle und Hafengelände.
Nach der weitgehenden Zerstörung der Hafenanlagen Ende des 18. Jahrhunderts durch Eisgang, wurde ein neues Hafenbecken östlich des heutigen Ebertplatzes errichtet, das schon bald nicht mehr den Erfordernissen entsprach. Als Folge daraus entstand im 19. Jhd. zwischen Markmanns- und Mühlengasse ein neuer Zoll- und Freiheitshafen, dort wo heute die Personenschiffe der Köln- Düsseldorfer- Rheinschiffahrtsgesellschaft vor der historischen Altstadt anlegen.

Mit dem Beginn der Dampfschiffahrt auf dem Rhein ab 1820 und dem Bau der Eisenbahnen stieg das Handelsaufkommen und machte neue Pläne zum Bau eines Hafenbeckens erforderlich. Die Entscheidung fiel auf den Standort einer natürlichen Rheininsel südlich der Altstadt, im Volksmund das „Wertchen“ genannt. Diese Insel diente bis zu dahin als Freizeitinsel für die Kölner Bevölkerung zum Flanieren und Baden. Zunächst hieß der Hafen „Becken am Bayen“, später nach seinem Bau ab 1892 zur befestigten Form „Rheinauhafen“ in der noch heute weitgehend vorzufindenden Substanz. Etwa zeitgleich mit dem Rheinauhafen entstehen die Häfen in Deutz und Köln-Mülheim. Der Rheinauhafen gliederte sich in den Zollhafen im Norden mit dem Hauptdienstgebäude an der Spitze der Halbinsel ( heute Schokoladenmuseum ), dem kleinen Dienstgebäude und den Lagerhallen 10, 11, und 12 entlang der „Hansawerft“, sowie die übrigen Hafenbereiche auf der Halbinsel mit Lagerhallen privater Handels-gesellschaften, Gleisanschlüsse und Kranbahnen. Am Südende des Hafenbeckens enstand das städtische Hafenamt, das Krafthaus zum Betrieb der hydraulischen Anlagen und ein Lokschuppen – südlich davon der Hafenbahnhof. Der Bayenturm befindet sich auf dem Hafengelände, stammt aber aus dem Mittelalter und übernahm nie Hafenfunktionen. In den Jahren 1909 / 1910 enstand im Süden des Hafengeländes ein 170 m langes Lagergebäude, wegen seiner äusseren Form mit sieben Giebeln im Volksmund auch „Siebengebirge“ genannt und im Anschluß noch weitere Silos und Lagerhallengebäude bis in den Einzugbereich der Südbrücke.
Die Umstrukturierung des Rheinauhafens ist das z.Zt. größte der Innenstadt zugeordnete Stadtentwicklungsvorhaben in Köln.
Durch die Verlagerung der Hafenfunktionen in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg auf andere Standorte im Stadtgebiet verlor der Rheinauhafen seine ursprüng-liche Bedeutung und wird daher, unter Ausnutzung seiner städtebaulichen Chancen, die sich aus seiner Standortgunst und der vorhandenen Bausubstanz ergeben, einer neuen Nutzung zugeführt. Der Rheinauhafen liegt in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt Kölns im Anschluß an den in den 80er-Jahren umgestalteten, der Altstadt vorgelagerten Rheingarten und erstreckt sich von dort weiter – auf einer Länge von ca 2 km – bis in den Bereich der Kölner Südstadt. Diese Standortgunst soll sich in Zukunft auf die beabsichtigten Nutzungen im kulturellen-, gewerblichen- und Wohnbereich positiv auswirken.
Es enstehen ca 210.000 m² Bruttogrundrissflächen. Der Anteil an Wohnungen wird ca 30% betragen. Der Schwerpunkt Wohnen ist im mittleren Bereich vorgesehen,auf der Fläche gegenüber dem Bayenturm. Der übrige Anteil an Flächen wird die Nutzungen: Dienstleistung, kleinteiliger Einzelhandel, Büros, Bildung / Kultur und untergeordnet Wohnen aufnehmen. Der Anteil an denkmalwerten Gebäuden beträgt nahezu 30%. Spannung entsteht durch das Wechselspiel von alter und moderner Architektur, wobei der Rheinauhafen seinen ursprünglichen Hafencharakter nicht verlieren soll.
Zur Zeit wohnen rund 1500 Menschen im Rheinauhafen und ca. 2200 haben hier ihren Arbeitsplatz. zur weiteren kulturellen und sozialen Belebung des Areals sind wohl u.a. ein Wassertaxi, ein Kulturschiff mit Kneipe und Kleinkunstbühne sowie ein schwimmender Supermarkt geplant. Es soll zudem einen Weinmarkt, einen Fischmarkt und im Winter eine Art Weihnachtsmarkt geben. 2014 soll die letzte Baulücke – das Baufeld 4 – geschlossen werden und das Projekt Rheinauhafen somit abgeschlossen sein.

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2 Gedanken zu “RHEINAUHAFEN KÖLN

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